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Richard Strauss: Fantasie über ein Thema von Giovanni Paisiello Rezensionen

 

für Sopranblockflöte, Fagott und Gitarre (Klavier) (Hg. Peter Thalheimer), Reihe: Flautando Edition, Magdeburg 2020, Edition Walhall, Partitur und Stimmen, Erstausgabe, EW1129, € 13,80

 

 

Richard Strauss und Blockflöte – in dieser Kombination erst einmal ein Hingucker. Ein Arrangement? Nein, es liegt hier die Erstausgabe eines originalen Gelegenheitswerks des 19-jährigen Richard Strauss vor, der 1883 anlässlich des Jahresfestes des geselligen Münchner „Harbni“-Ordens diese launige Fantasie komponiert hat. Sie besteht aus den Abschnitten Einleitung – Thema – 1. und 2. Variation – Finale. In diesem knapp vierminütigen Werk variieren auf witzige Art Sopranblockflöte und Fagott das bekannte Thema Nel cor più non mi sento aus Giovanni Paisiellos Oper La Molinara. Freche Einwürfe, überraschende Lagenwechsel, ein gesungener Ton und virtuose Passagen sorgen, wie von Strauss beabsichtigt, für Heiterkeit bei Zuhörern.

 

Die Besetzungsangabe der Fantasie lautet Fagotto, Mundflöte and Guittare, wobei die Einzelstimme für Flöte mit Maulflöte bezeichnet ist. Ob mit dieser Instrumenten­angabe tatsächlich die Blockflöte gemeint ist, erörterte Peter Thalheimer in einem Artikel in der TIBIA 2/2004 ausführlich. Nik Tarasov belegt im Windkanal 2007-2, dass Flöte à bec, Schnabelflöte und Mundflöte Synonyme für die Blockflöte sind. Doch wie bekannt war eigentlich Ende 19. Jahrhundert das Instrument Blockflöte in Bayern? Interessanterweise fallen in diese Zeit weitere oberbayerische Zeugnisse des Blockflötenspiels, wie beispielsweise den Flötentypus Berchtesgadener Fleitl, ein dreiteiliges Volksmusikinstrument entsprechend der Sopranblockflöte, oder die Bogenhauser Künstlerkapelle, bestehend aus Blockflöten, Bogengitarre, Trumscheit und Pauken, ein Ensemble aus München-Bogenhausen.

 

Die kenntnisreich recherchierte Erstausgabe, herausgegeben von Peter Thalheimer und erschienen bei Edition Walhall, besticht durch ein ausführliches Vorwort, perfekten Notensatz und zwei spielpraktische Doppelstimmen Sopranblockflöte/Fagott. Die mit Guittare bezeichnete Akkordbegleitung ist im Autograph als Klavier­stimme auf zwei Systemen notiert und ist allerdings so auf der Gitarre nicht spielbar. Die Ausgabe enthält den originalen Klavierpart und eine für Gitarre eingerichtete Stimme, die direkt unterhalb der Klavierstimme gesetzt wurde. Eine Gitarren-Einzelstimme wäre für die Ausgabe eine spielpraktische Bereicherung. Unklar bleiben in der Fagottstimme die Takte 1 und 4. Sind in diesen Takten tatsächlich Vierteltriolen gemeint oder fehlt der Balken für Achteltriolen?

 

Die akkordische Klavierstimme kann gut von Musikschülerinnen und -schülern bewältigt werden. Als Sopranblockflöte empfiehlt sich ein Instrument mit schlanker Tongebung, das die tiefe Lage von notiert es1 bis c1 klanglich gut bewältigt. Das Werk macht Spaß zum Spielen und ist auf jeden Fall eine gelungene Bereicherung des Blockflötenrepertoires. Sehr empfehlenswert!

 

 

 

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