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Ute Schleich: Colors of Minimal Music Rezensionen

 

mit Werken von Karel van Steenhoven, Ulli Götte, Philip Glass, Michael Nyman, Jens Josef, Frans Geysen und Louis Andriessen, Ute Schleich (Blockflöten), Luna Martina Pracht (Klangschalen), Annette Winker (Fagott), Katharina Uzal (Violoncello), conditura records, Reppenstedt 2020, 1 CD, conrec012

 

 

Drei Dinge gefallen mir bei dieser CD besonders: Die Auswahl der eingespielten Werke mit Bezug zur Minimal Music (alle aus den Jahren 1989–2018), die sehr geschickte und abwechslungsreiche Anordnung derselben auf dieser CD und die Tatsache, dass vom ersten Flötenton an hörbar ist: Hier spielt eine Musikerin, die hervorragend mit dem Atem umgehen kann, die ein Gefühl für den Blockflötenklang hat und die sich sowohl auf präzise Rhythmik als auch auf subtile Agogik versteht. Da die letztgenannten Dinge auch heute noch nicht selbstverständlich sind in der Blockflötenwelt, ist mir das Hören der CD ein echtes Vergnügen:

 

Im Verlauf der CD wechseln kurze Solostücke immer wieder mit längeren mehrsätzigen Kompositionen für Blockflöte und ein weiteres Instrument ab. Nach Just a song und Glass von Karel van Steenhoven, die teils mit mehrstimmigen Passagen, teils mit schnellen Patterns sehr akkurat vorgetragen werden, folgt Images von Ulli Götte für Blockflöte (A/T/B) und Klangschalen – eine Liveaufnahme vom Minimal Music Festival Kassel von 2016. In vier abwechslungsreichen Sätzen werden hier die verschiedensten, oft exotisch anmutenden Klangkombinationen subtil ausgelotet. Allein schon der Zusammenklang von Bassflöte und tiefen Gongs im zweiten Satz wird zum unvergesslichen Hörerlebnis!

 

Die Arabesque in Memoriam von Philip Glass ist original für Querflöte. Die wechselnden Ornamente mit häufigen Dreiklangsbrechungen sind „freely“ vorzutragen. Ute Schleich gelingt auf der Blockflöte eine sehr stimmige, runde Interpretation mit einfühlsamer Agogik. Es folgen zwei kurze Werke von Michael Nyman, die ursprünglich für Solovioline geschrieben wurden: Yamamoto Perpetuo Nr. 1 und Nr. 3. Bei Nr. 1 entstehen aus großen, auf der Tenorflöte vorgetragenen klangvollen Linien allmählich Patterns, die sich in mehreren Stufen beschleunigen. Nr. 3 beginnt auf der Sopranflöte sofort mit schnellen, durchgehenden Patterns, auf die dann eine weitere Geschwindigkeitsstufe in Triolen folgt. Alle drei Solostücke wurden geschickt von der Interpretin für die Blockflöte arrangiert, sodass dem Zuhörer nichts von dieser sich kaleidoskopartig stets verändernden Musik vorenthalten bleibt.

 

Das erst 2017–2018 komponierte duettino für Blockflöte und Fagott dürfte von allen Werken dieser CD das komplizierteste sein – sowohl für die Ausführenden als auch für die Zuhörer – entpuppt sich aber bereits beim zweiten Hören als ausgesprochen interessant: Auch hier wird mit Patterns gearbeitet, nur mit dem Unterschied, dass nie zweimal hintereinander genau das gleiche Pattern ertönt: bei jeder Wiederholung gibt es mindestens eine kleine Veränderung, die sich oft nur auf die Länge eines einzigen Tones bezieht. Die Patterns verlaufen so in einem schleichenden Prozess die verschiedensten Metamorphosen. Neue Töne kommen hinzu, alte verschwinden. Die teilweise „exzentrische Rhythmik“ verlangt den Interpretinnen höchste Konzentration ab, bis sich das Stück am Ende in einem großen auskomponierten Accelerando zu äußerster Virtuosität steigert. Hut ab vor dieser Einspielung!

 

Zwei kurze Solostücke aus Frans Geysens City of smile umrahmen das nächste große Duo: Hin und Her und Signale. Der vergleichsweise strenge, klar symmetrische Aufbau dieser bewusst pathosfreien Kompositionen kommt in der Interpretation von Ute Schleich bestens zur Geltung.

 

Die 2016 komponierten dialoge für Blockflöte und Violoncello von Ulli Götte beginnen zupackend im 7er-Takt und schlagen teilweise mit ihrer perkussiven Rhythmik in den Ecksätzen den Bogen zur Rock- und Popmusik. In den beiden ruhigeren Mittelsätzen werden große Linien teilweise polyphon geführt. Ein spannendes, sehr abwechslungsreiches Stück, das hier in einem Live-Konzertmitschnitt von 2018 vorliegt.

 

Das in der Blockflötenszene allgemein bekannte und gerne als Zugabe verwendete Ende von Louis Andriessen schließt diese abwechslungsreiche CD ab. Wer jemals dachte, Minimal Music sei langweilig, weil immer nur das Gleiche ständig wiederholt wird, fühlt sich nach dem Hören dieser facettenreichen CD eines Besseren belehrt!

 

 

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