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Mozart Contemporaries 18th Century Music for Bassoon Rezensionen

 

Carmen Mainer Martín (bassoon), Violeta Mur (cello), Enrique Escartín Ara (piano), Brilliant Classics, NL-Leeuwarden 2021, 1 CD, 96020

 

Ungewöhnliche Klangkombinationen präsentiert diese CD, die die Tiefen des Instrumentalregisters auslotet: Fagott (Carmen Mainer Martín) und Cello (Violeta Mur), abgerundet durch den Flügel (Enrique Escartín Ara), bringen Mozart und seine Zeitgenossen zum galanten Klingen. Die drei spanischen Musiker wurden unter anderem am Conservatorio Superior de Música de Aragón (CSMA) in Saragossa ausgebildet.

 

Der große Wolfgang Amadeus bildet mit seiner Sonata KV 292 in B-Dur für Fagott und Cello den Abschluss, dem ein klangvoller Reigen von Duos und Sonaten anderer Komponisten vorausgeht. Während François Devienne (1759-1803) vielen Instrumentalisten, nicht zuletzt den Flötisten, bekannt sein dürfte, ist der bayerische Freiherr und Soldat Thaddäus Wolfgang von Dürnitz (1756-1807) wohl nur Fagottspezialisten bekannt.

 

Er ist allerdings mehrfach mit Mozarts Biographie verflochten: die Klaviersonate KV 284 (Dürnitz-Sonate) ist ihm gewidmet; das Fagott-Konzert KV 191 ist allerdings wohl nicht von ihm in Auftrag gegeben worden. Dieses Konzert trägt in der (verschollenen) Handschrift den Vermerk „a Salisburgo li 4 di Giugno 1774“; die (Duo-)Sonata B-Dur entstand wohl nach diesem Termin, als Mozart Ende 1774 oder Anfang 1775 den militärischen Fagottspieler anlässlich der Münchner Premiere von La Finta Giardiniera (KV 196) kennenlernte.

 

Dem ungeachtet, bietet diese CD einen Querschnitt durch den Fagott-Horizont der Jahre um 1780. Die sechs zweisätzigen Sonaten von Dürnitz, von denen hier vier Beispiele geboten werden (Nr. 1, Nr. 3, Nr. 5 und Nr. 6) erschienen um 1780 im Druck, während Deviennes Duos Concertants, op. 3, um 1782 entstanden. Die Besetzung, ursprünglich für zwei Fagotte, wird hier Mozarts Sonate für Fagott und Cello angeglichen, während die Dürnitz-Sonaten für Solo-Fagott und Tasteninstrument geschrieben sind. Sie nutzen vor allem die höheren Register des Instruments, was damals wohl einige technische Schwierigkeiten mit sich brachte, für heutige Fagotte aufgrund ihres Klappensystems aber kein Problem darstellt.

 

Die drei Solisten dieser CD bewältigen die Werke der drei Komponisten mit eindrucksvollem Zusammenspiel und spielerisch-charmanter Leichtigkeit.

 

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