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Leonardo Vinci: Concerto in A Minor, Sonata in A Minor, Sonata in C Minor Rezensionen

 

Leonardo Vinci: Concerto in A Minor, for Alto Recorder, Violins, and Basso continuo (Editor David Lasocki/B.c. realized by Bernard Gordillo), Magdeburg 2017, Instant Harmony (Printed under license by Edition Walhall), score and parts, IH01, € 18,50

 

Leonardo Vinci: Sonata in A Minor, for Alto Recorder and Basso continuo (Editor David Lasocki), 2017, Instant Harmony (Printed under license by Edition Walhall), score and parts, IH02, € 13,80

 

Leonardo Vinci: Sonata in C Minor, for Alto Recorder and Basso continuo (Editor David Lasocki/B.c. realized by Bernard Gordillo), 2017, Instant Harmony (Printed under license by Edition Walhall), score and parts, IH03, € 13,80

 

 

Befragt nach hochbarocker Blockflötenmusik aus Italien werden die meisten Spieler an die Concerti von Vivaldi und die zahlreichen Sonaten von Sammartini, Marcello oder Barsanti denken. Leonardo Vincis hier von David Lasocki herausgegebenen Werke dürften bislang unbekannt geblieben sein. Die Manuskripte liegen in der Music Library of The University of North Carolina at Chapel Hill und schreiben als Soloinstrument „flauto“ vor, wodurch das Verzeichnis RISM die Stücke irrtümlich der Querflöte zuschreibt. Gemeint ist aber offensichtlich die Altblockflöte, wofür auch der verwendete Ambitus spricht. Das Concerto in a-Moll hat drei Sätze und folgt damit dem von Vivaldi etablierten Typus, die beiden Sonaten stehen in der Tradition der Sonata da chiesa von Corelli: Langsam, schnell, langsam, schnell. Eigentümlich mutet an, dass die beiden Violinstimmen des Konzertes unisono geführt sind, satztechnisch handelt es sich also eher um eine Triosonate, die Doppelung mag allenfalls akustisch den Eindruck eines Miniorchesters erwecken. Zumindest orchestral gedacht ist auch Vincis Idee, die Blockflöte in ihren kurzen Soloepisoden von den Geigen als „Bassetchen“ begleiten zu lassen, in den Ritornellen kommt dann das Continuo dazu. Auf virtuose Passagen verzichtet die Solostimme vollkommen, Violinen und Blockflöte stehen gleichberechtigt nebeneinander und entwickeln einen Dialog, der mehr auf Transparenz und schlichte Eleganz hin abzielt. Hier zeichnen sich Tendenzen in Richtung eines aufkommenden „Galanten Stils“ ab. In gewissen melodischen Wendungen (übermäßige Schritte) und markanten, tänzerischen Rhythmen verraten die Stücke, auch die beiden Sonaten, Vincis Nähe zur neapolitanischen Oper und könnten, wenngleich sie nicht spektakulär daherkommen, durch eine differenzierte Interpretation zu reizvollen theatralischen Szenen „en miniature“ geraten.

 

 

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