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Georg Friedrich Händel: 7 Arias a 3 Rezensionen

 

für Flauto piccolo/Traversflöte, Viola da Gamba und Basso continuo (Hg. Günter und Leonore von Zadow, Generalbassaussetzung und Bezifferung von Dankwart von Zadow), Heidelberg 2019, Edition Güntersberg, 2 Partituren und Stimmen, G342, € 22,50

 

 

Dieser Ausgabe liegt eine Handschrift zugrunde, die 1736 oder etwas später entstanden ist, vermutlich in England oder den Niederlanden. Sie enthält 7 Arien aus verschiedenen Opern von Händel, die zwischen 1720 und 1736 komponiert wurden, in einer Einrichtung eines unbekannten Musikers für Flauto Picolo, Viola da gamba und Generalbass. Darin wurde der Flöte die Oberstimme des originalen Streichersatzes, der Gambe die Singstimme, meist tiefoktaviert, übertragen. Trotzdem bietet diese reduzierte Fassung einen guten Eindruck von Händels Originalen und zugleich einen Einblick in den damaligen Umgang mit bekannten Opernarien.

 

Die Partie des Flauto piccolo ist in der Vorlage eine Sexte tiefer notiert, als sie erklingen soll – nicht eine Terz tiefer, wie in der Einführung irrtümlich mitgeteilt. Sie ist also für eine Blockflöte in d2 bestimmt, die damals in England mit „Sixth Flute“ und z. B. von J. S. Bach mit „Flauto piccolo“ bezeichnet wurde. Die Herausgeber empfehlen allerdings, „anstelle der Flauto piccolo eine Traversflöte“ oder eine Voice Flute in d1 zu verwenden, „denn der Abstand der echten Flauto piccolo vom Bass ist sehr groß.“ Andererseits werden dadurch für die Traversflöte bzw. die Voice Flute in der Aria 6 einige Oktavierungsempfehlungen notwendig. – Frans Vester, der schon 1985 auf diese Arien hingewiesen hat, hielt den hier verwendeten Flauto piccolo übrigens irrtümlich für eine Terztraversflöte in f1.

 

Bis auf wenige Kleinigkeiten wurde die vorliegende Ausgabe sorgfältig erstellt. Sie enthält einen Revisionsbericht und auch Hinweise auf Händels Vorlagen. Für die Praxis ist die von Dankwart von Zadow ergänzte Generalbassbezifferung mit einem ausgesetzten Realisierungsvorschlag sehr hilfreich.

 

Besonders erfreulich ist es, dass es den Herausgebern gelang, die Editionserlaubnis für diese interessanten Arien zu bekommen. Viele Jahre lang hat nämlich der Besitzer des Manuskripts, das „Koninklijk Huisarchief“ in Den Haag, eine Edition verhindert.

 

Besitzer einer Sixth Flute werden sich besonders freuen über diese Erweiterung ihres Repertoires.

 

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