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Henry Purcell: Chaconne F-Dur Rezensionen

 

Three parts upon a ground, für 3 Altblockflöten und Basso continuo (Cembalo, Viola da gamba/Violoncello), herausgegeben mit einer Generalbassaussetzung von Klaus Hofmann, Magdeburg 2019, Edition Walhall, Partitur und Stimmen, EW1106, € 13,80

 

Henry Purcells Chaconne für 3 Blockflöten bzw. 3 Violinen in F-Dur bzw. D-Dur gehört wie J. S. Bachs Flötenpartita BWV 1013 zu den Werken, um die schon viel Gehirnschmalz verbraten und viel Tinte vergossen wurde wegen relativ kleiner Details betreffs der zu spielenden Noten; zweifellos ein Zeichen dafür, wie eminent wichtig diese Stücke für uns Flötisten sind.

 

Ist es bei Bach nur ein einzelner Ton (das fis in T. 20 der Allemande), so handelt es sich bei Purcell um zwei Takte (T. 41–42) einer insgesamt 173 Takte langen Komposition: Es fehlt die Ausarbeitung einer kanonischen Aufgabe in den beiden vorhandenen Quellen.

 

Der Herausgeber dieser Neuausgabe Klaus Hofmann hat in einem Aufsatz (Tibia 4/2019) die Problematik ausführlich dargelegt und begründet, warum diese kontrapunktische Aufgabe auch heute letztlich nicht lösbar erscheint. Er verweist dabei auch auf frühere Lösungsversuche, z. B. von Layton Ring und Thurston Dart. Hofmanns hiermit vorgelegte Ausgabe schließt sich beim Lückenschluss mit kleinen Modifikationen der Ausarbeitung von Layton Ring (London 1953) an.

 

Wie Hofmann im Vorwort schreibt, handelt es sich in der Tat um ein „singuläres“ Stück für entweder Blockflöten oder Violinen – wobei Vieles darauf hindeutet, dass die Blockflöten zuerst da waren.

 

Es ist also ein echter Klassiker der Blockflötenliteratur von einem Komponisten der allerersten Qualitätsgarde, dazu äußerst anspruchsvoll, nicht nur in Zusammenspiel und Intonation, sondern auch in finger- und zungentechnischer Hinsicht, sofern man die sich ergebenden Temporelationen ernst nimmt.

 

Mit dieser Neuausgabe liegt hervorragendes Material vor, um sich mit dieser Komposition mal wieder ernsthaft zu beschäftigen und sich dabei auch über den aktuellen Stand der Forschung zu informieren. Hofmann hat bei Walhall sowohl die Blockflöten- als auch die Violinvariante ediert.

 

Meines Erachtens ein Muss für alle Blockflötenspieler!

 

 

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