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Klaus Hofmann/Peter Thalheimer (Hg.): Flauto e Voce, Heft 16 Rezensionen

 

Originalkompositionen für Sopran, 2–3 Blockflöten und B. c., von Badia, Eniccelius, Gatti, Purcell, Rohde, Störl/Blankenburg und Telemann, Heft 16, Magdeburg 2019, Edition Walhall, 2 Partituren und 2 Stimmen, EW1109, € 24,80

 

Das Rezept bleibt unverändert auch bei diesem, nun bereits sechzehnten Heft der Reihe „Flauto e Voce“, wieder einmal der Kombination von Sopran, zwei bis drei Blockflöten und B. c. gewidmet: eine bunte Mischung von Arien aus dem 17. und 18. Jahrhunert, im deutschen, italienischen, französischen und englischen Stil aus Opern, Kantaten und Ariensammlungen – sowohl aus weltlichen wie aus geistlichen Kompositionen.

 

Jedes Heft ist eine kleine „Wundertüte“, bei der man zwar schon vorher weiß, was so ungefähr alles drin sein muss – und dennoch immer wieder Überraschungen erlebt. Der Forscherdrang von Thalheimer und Hofmann macht‘s möglich! 

 

Im Einzelnen: Der Band wird eröffnet mit einer Arie aus der Semi-Opera The Indian Queen von Henry Purcells Bruder Daniel, die dieser nach dem Tod Henrys für eine Aufführung im Jahr 1695 hinzugefügt hatte.

 

Es folgt eine deutschsprachige Strophenarie mit instrumentalem Ritornello des völlig unbekannten Komponisten Tobias Eniccelius von 1667.

 

G. Ph. Telemanns Kantate Stehe auf Nordwind gehört, wie auch sein Trauer-Actus mit 4 Blockflöten zu dessen allerersten erhaltenen Kompositionen aus der Leipziger Zeit, die noch recht wenig charakteristisch für seine spätere Schreibweise sind. Bei Carus ist eine Ausgabe der vollständigen Kantate in D-Dur erschienen. Wie auch bei vielen anderen mitteldeutschen Kantaten ist die Frage unterschiedlicher Stimmtonhöhen der Instrumente der Grund für solche tonartlichen Ambiguitäten. In diesem Band wurde die Arie in der Blockflötentonart F-Dur abgedruckt.

 

Vom Wiener Hofkapellmeister Carlo Agostino Badia, aus der Sammlung Airs Allemans (Den Haag 1714) und von Michael Rohde (1681–1732) hatten Thalheimer und Hofmann bereits in den Heften 11, 13 und 14 einzelne Beiträge ausgewählt. Jetzt sind es eine Arie aus der Kantate Al tempo von 1699 (Badia) und geistliche Strophenarien zur Göttlichen Liebe (Störl) und zum Thema Nichts und eitel von Rohde .

 

Trotz des italienischen Komponistennamens handelt es sich beim Beitrag von Theobaldo di Gatti um den französischsprachigen Anteil des Hefts Nr. 16. Die „Tragedie en musique“ Scylla wurde 1701 in Paris aufgeführt und enthält eine bemerkenswerte Arie, in der die Generalbassstimme colla parte mit dem Gesang (Sopran!) geführt wird. Dadurch liegen sämtliche durchgehenden dreistimmigen Akkorde, die sich aus den Stimmen von Gesang plus Basso continuo und den beiden Blockflöten ergeben, in enger Lage.

 

Wie immer bei „Flauto e Voce“ ist die Ausgabe hervorragend und enthält neben vollständigem Spielmaterial erschöpfende Quellenangaben sowie die Gesangstexte – auch in englischer Übersetzung.

 

 

 

 

 

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