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TIBIA:

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Ralph-Jürgen Reipsch/Carsten Lange/Brit Reipsch (Hg.): Das Konzert bei Telemann und seinen Zeitgenossen Rezensionen

 

Bericht über die Internationale Wissenschaftliche Konferenz, Magdeburg, 14. und 15. März 2016, anlässlich der 23. Magdeburger Telemann-Festtage, Reihe: Telemann-Konferenzberichte, Band XXI, Hildesheim 2020, Georg Olms Verlag, ISBN 978-3-487-15887-7, 387 S., 17,0 x 24,0 cm, brosch., € 78,00

 

Dieser Bericht über die Wissenschaftliche Konferenz des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung 2016 kann für Tibia-Leser durchaus von großem Interesse sein: Telemann ist zweifellos einer der wichtigsten Komponisten von Musik für Holzblasinstrumente überhaupt – und das Generalmotto der Konferenz Concertare – Concerto – Concert berührt zahlreiche Werke gerade für Block- oder Traversflöte, Oboe und Fagott.

 

Der hervorragend redigierte, knapp 400-seitige Band aus dem renommierten wissenschaftlichen Verlag Olms/Hildesheim wird eröffnet mit einem Grundsatzreferat Telemann und das konzertierende Prinzip von Wolfgang Hirschmann und enthält sodann Einzelbeiträge von Wolfgang Schicker, Ursula Kramer, Brit Reipsch, Steven Zohn, Klaus Hofmann, Kota Sato, Maik Richter, Nina Eichholz, Ute Poetzsch, Holger Böning, Margret Scharrer, Rashid-S. Pegah, Ralph Jürgen Reipsch, Manuel Bärwald, Andreas Waczkat und Martin Thrun.

 

Das konzertante Prinzip wird u. a. in vokalen Kompositionen ausfindig gemacht, nicht zuletzt im „Concerten-Jahrgang“ von Kantaten auf Texte von Erdmann Neumeister. Es werden aber auch andere Komponisten in die Betrachtungen einbezogen wie Christoph Graupner und Ernst v. Sachsen-Weimar.

 

Speziell für unseren Leserkreis dürften aber vor allem die Beiträge über die Tafelmusik-Tradition von Steven Zohn (selbst auch Traversflötenspieler) und der von Kota Sato über den Telemann-Bestand in der Fürstlich zu Bentheim-Tecklenburgischen Musikbibliothek Rheda sein, vor allem aber der von Klaus Hofmann Wirklich Telemann?.

 

Die Frage der Authentizität von unter Telemanns Namen überlieferten Werken spielt in beiden letztgenannten Artikeln eine entscheidende Rolle. 

 

Hofmann hatte ja bereits in Tibia 3/2018 eine adaptierte Version dieses Symposiumvortrags unseren Lesern bekannt gemacht, die in den folgenden Heften zu einer kleinen Leserbrief-Kontroverse mit dem Verfasser dieser Rezension führte.

 

Hofmann hält drei recht populäre Werke mit Blockflöte für nicht authentisch und führt dafür Argumente der Überlieferung und der Stilkritik ins Feld:  Das Quadro TWV 43 g4 (hier gibt es eine Anknüpfung zum Rhedaer Bestand, s. den Beitrag von Sato), das „Concerto da camera“ TWV 43: g3 und das Concerto TWV 51: C1, also das „große“ C-Dur-Blockflötenkonzert.

 

Gerade an Letzterem entzündete sich mein Widerspruch zu Hofmanns Schlussfolgerungen.

 

Aber wie dem auch sei: die Diskussion soll an dieser Stelle nicht fortgeführt werden.  Wer sich weiterhin daran beteiligen will, kommt jedenfalls an Hofmanns Vorlage in diesem Konferenzbericht nicht vorbei.

 

Gustav Leonhardt mahnte uns HIP-Musiker immer wieder, den „Geist der Epoche“ jenseits kleinlicher Quellenauslegung zu erfassen.  Wer auf der Suche nach dem Geist der Epoche Telemanns ist, findet in diesem Band jedenfalls ausreichend Material auch jenseits eines engen Fachgebiets.

 

 

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