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Christina Fassbender/Gregor Hollmann: zwischen Absolutismus und Aufklärung Rezensionen

 

Thomas Marc: aus Suite de pieces de dessus et de pardessus, Michel de la Barre: Suite G-Dur, Jacques-Martin Hotteterre: Suite D-Dur, Carl-Philipp Emanuel Bach: Sonate e-Moll, Johann Philipp Kirnberger: Musicalischer Circul für das Clavier, die Violin oder Flute traversiere, Johann Gottfried Müthel: Sonate D-Dur, Christina Fassbender (Flöte), Gregor Hollmann (Cembalo), ambitus Musikproduktion, 2019, 1 CD, amb 95 607

 

Moderne Querflöte und ein Cembalo in „ungleichstufiger Stimmung“ – kann das zusammenklingen? Die Flötistin Christina Fassbender (Professorin an der Universität der Künste Berlin) und der Cembalist Gregor Hollmann (Honorarprofessor an der Musikhochschule Münster) haben das Experiment mit Musik des 18. Jahrhunderts gewagt und auf eine CD gebannt. Allerdings scheint mir die beabsichtigte Kontrastierung von „Absolutismus“ und „Aufklärung“ nur begrenzt gelungen (statt „Aufklärung“ ließe sich auch „Galanter Stil“ einsetzen). Ob sich hier „zwei Welten treffen“, fragt man sich beim Anhören doch zweifelnd.

 

Die drei Komponisten Thomas Marc (seine Suite erschien 1724), Michel de la Barre (Suite G-Dur, 1710) und Jacques-Martin Hotteterre (1715) vertreten hier den Absolutismus, C. Ph. E. Bach mit der Sonate e-Moll („1735–1740 in Frankfurt/Oder komponiert“), Johann Philipp Kirnberger mit dem Musicalischen Circul  (1721–1783; Erstdruck ohne Datum) und Johann Gottfried Müthel (1728–1788) mit der undatierten Sonate D-Dur die Aufklärung. Werke für Flöte und Klavier sind wohl nur begrenzt imstande, politisch-weltgeschichtliche Epochen zu repräsentieren; am überzeugendsten ist dabei die zweite Werkgruppe mit ihrer ausgeprägten Subjektivität (vor allem bei C. Ph. E. Bach).

 

Was freilich jenseits der geistesgeschichtlichen Etiketten bleibt, ist eine in sich überzeugende Interpretation von überwiegend unbekannten Werken, die das Anhören lohnen. Das Zusammenspiel der zwei Künstler ist makellos und arbeitet die spezifischen Züge der Kompositionen eindrucksvoll heraus.

 

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