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Johann Theodor Roemhildt: Ich sorge nicht, Gott sorget stets vor mich Rezensionen

 

für Sopran, Altblockflöte (Querflöte), 2 Violinen und Generalbass (Hg. Klaus Hofmann), Reihe: Recorders Library, Magdeburg 2020, Edition Walhall, Erstausgabe, Partitur und Stimmen, EW1153, € 18,50

 

 

Ja! Es gab im 17. und 18. Jahrhundert auch Kantoren in Mitteldeutschland, die nicht „Bach“ hießen!

 

Dieser hier, Johann Theodor Roemhildt (1684–1756), mit nahezu denselben Lebensdaten wie Johann Sebastian Bach war als Thomasschüler Kommilitone von Heinichen, Graupner und Fasch, nachdem er vorher auch von dem Ruhlaer Kantor Johann Jacob Bach unterwiesen worden war. Seine spätere Hauptwirkungsstätte war Merseburg.

 

Zum Nachlass Roemhildts gehören neben Instrumentalwerken ca. 200 Kantaten. An der Bochumer Universität scheint es ein Forschungsprojekt zu Roemhildt gegeben zu haben mit Veröffentlichungen über Person und Werk. Leider sind die ausgewiesenen Links im Internet aber offenbar z. Zt. nicht zugänglich.

 

Klaus Hofmann ist ja bekanntlich sehr aktiv bei der Veröffentlichung von vokaler Musik mit Blockflöte in der mittlerweile 17 Hefte umfassenden Edition Flauto e voce. Parallel dazu gibt er aber auch beim Verlag Walhall in der Recorders Library weitere Titel heraus, im Unterschied zu Flauto e voce auch solche mit größerer Besetzung – und ausschließlich als vollständige Werke.

 

Die vorliegende Kantate zum 15. Sonntag nach Trinitatis für Sopran, Blockflöte, 2 Violinen und B. c. enthält zwei Arien und ein kurzes Rezitativ. Die in der ersten Arie zumeist in Terzen geführten Violinen vereinen sich in der zweiten Arie in Ritornellmanier zu einer Tuttistimme, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass man auch durchaus mehr als 2 Violinen einsetzen könnte. Die technischen Anforderungen für die Instrumentalisten halten sich in Grenzen, während der Gesangspart mit Umfang von dis1 bis a2 und gelegentlichen Koloraturen durchaus anspruchsvoller daherkommt.

 

Wenn man es nicht anders wüsste, würde man die Kantate wohl Telemann zuschreiben.

 

Ein unspektakuläres, aber schönes Stück – vor allem im gottesdienstlichen Gebrauch sicher auch heute noch ideal einsetzbar.

 

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