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Béla Bartók: 20 Duos Rezensionen

 

für Flöte und Klarinette, aus den 44 Duos für zwei Violinen, bearbeitet von Marcin Langer, Wien 2020, Universal Edition, Partitur, UE 38087, € 15,95 

 

 

Die 44 Duos für 2 Violinen, in vier Heften aufgeteilt, sind auf Veranlassung von Erich Doflein entstanden als ein ähnlich progressiv und auch pädagogisch gedachtes Werk wie der Mikrokosmos. Dabei entstand eine außerordentlich farbige Musik. Diese Musik auch für andere Besetzungen zu bearbeiten ist sicher eine reizvolle und sinnvolle Aufgabe. Bereits 2 Bände, sogar mit allen 44 Duos, für zwei Flöten wurden hier mit Lob ob ihres Gelingens vorgestellt. Bei einer Bearbeitung für Flöte und Klarinette in B ist noch weniger als bei einer Übertragung für 2 Flöten eine einfache Umschrift bzw. Transposition zu goutieren. Das Gesamtwerk geht von einer Steigerung der Schwierigkeiten aus. Damit lässt sich nicht vereinen, dass bereits in den leichten ersten Stücken die B-Klarinette in E-Dur, H-Dur und Fis-Dur spielen muss, des öfteren dann sogar Doppelkreuze. Überhaupt finden sich bei dem Klarinettenpart in den ersten neun Duos nur Kreuztonarten. Schon bei den ersten beiden Duos wäre dies sehr einfach zu ändern gewesen, wenn man denn nun keine A-Klarinette einsetzen will, in dem man sie statt in E-Dur und H-Dur nach F-Dur und B-Dur transponiert hätte. Und die Flötenstimme wäre dann auch leicht gewesen. In dem 10. Stück Ungarischer Marsch 1 steht das Stück zwar in Es-Dur, lässt die Klarinette aber bis zum dreigestrichenen g spielen. Bei einem Stimmentausch ab Takt 13 wäre das Problem leicht lösbar gewesen. Ist der Bearbeiter nur von der Flötenstimme ausgegangen?  Nr. 20, der Serbische Flechttanz, wird, weil die 1. Stimme bis zum tiefen g reicht, einfach eine Quinte höher transponiert. So gelangt die 16tel-Stelle mit seinen rasenden Repetitionen der 2. Geige in die Klarinettenstimme in die dritte Oktave. Diese Stelle wäre im angegeben Tempo Viertel = 152 schon für die Flöte mit Doppelzunge nicht gerade leicht. Warum nicht gelegentlich Stimmentausch vornehmen oder Oktavierungen abändern?

 

So stellt sich hier die Frage, für wen diese Bearbeitungen gedacht sind. Nur für Profimusiker? Um Laien oder Musikschüler an diese Musik heranzuführen, ist diese Bearbeitung leider ziemlich ungeeignet. Sehr schade!

 

 

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