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Flute East Trio: Kuhlau – 7 Flute Trios Rezensionen

 

CD 1: Friedrich Kuhlau: Trio in D Op. 13 No. 1; Trio in G minor Op. 13 No. 2; Trio in F Op. 13 No. 3; Trio in B minor Op. 90; CD 2: Friedrich Kuhlau: Trio in E minor Op. 86 No. 1; Trio in D Op. 86 No. 2; Trio in E-flat Op. 86 No. 3; Yu-Cheng Hsu, Sojeong Son, Hannah Park (flutes), Brilliant Classics, NL-Leeuwarden 2020, 2 CDs, 96087

 

Kuhlau wird seiner Klaviersonatinen wegen leider meist immer noch ein wenig abschätzig beurteilt. Diese Sonatinen sind zwar „nur“ Sonatinen, aber dennoch kompositorische Meisterwerke, eben kleine Meisterwerke. Und dass Kuhlau in seiner Wahlheimat Dänemark zahlreiche Opern u. a. auch LULU, eine „Zauberflöten“oper mit brillanten Flötenpartien, darunter auch die erste dänische Nationaloper unter Benutzung zahlreicher dänischer Lieder schuf, die bis heute über 1.000 Aufführungen erlebte, ist nur wenigen außerhalb Dänemarks wohl bekannt. Beethoven, den er 2 Jahre vor dessen Tode in Wien kennenlernte, schätzte ihn außerordentlich. Nach einem Ausflug ins Grüne und einem Weingelage  warf  Kuhlau blitzschnell einen B-A-C-H-Kanon aufs Papier – offenbar hatten beide begeistert über Bach gesprochen – und Beethoven antwortete mit einem Scherzkanon auf den Namen Kuhlau mit dem Text „Kühl nicht lau“ (solle der Wein sein), bezeichnenderweise auch ein B-A-C-H-Kanon. Und Beethoven schenkte „seinem Freunde Friedrich Kuhlau“ eine Lithographie von sich zum Abschied. Kuhlau galt schon zu Lebzeiten als der „Beethoven der Flöte“. Über ein Viertel seiner Werke sind Werke für die Flöte, die nach stockenden Anfängen von den Verlegern ob ihrer hohen Verkaufszahlen sehr begehrt waren. Aber wie auch bei Beethoven, versuchten die Verleger den Preis meist zu drücken. Bei Kuhlau war das sehr schlecht, denn seine Einkünfte waren unregelmäßig und er hatte später auch eine größere Familie zu versorgen, wenngleich er nicht verheiratet war. Kuhlau hatte in der Jugend wohl mal ein wenig auch Flöte gespielt, dadurch war er wohl so vertraut mit ihr, dass er immer wieder sehr „flötistische“ Stücke zustande brachte. Sein erstes gedrucktes Werk: Fantasien und Capricci für Flöte solo. Bald danach, wohl versehentlich unter derselben Opuszahl 10 veröffentlicht, entstanden die 3 Duette op. 10, deren 1. Satz des 1. Duos ein kompositorisch großartiger Sonatenhauptsatz ist. Bald danach entstanden für Breitkopf  die Trios op. 13, die in keiner Weise diesen Duos nachstehen.  Die Trios op. 86 und das einzelne op. 90 steigern die so virtuose Satztechnik noch. Dieser Virtuosität entspricht auch der auf dieser CD spielenden Musikerinnen des Flute East Trio: Yu-Cheng Hsu, Sojeong Son und Hannah Park: Virtuosität an sich, aber auch Virtuosität des Ausdrucks und der Interpretation. Alle drei studierten an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin und haben – zu Recht – schon zahlreiche Preise gewonnen. Wie die Drei sprechende Zäsuren, Übergänge, Dynamik, Artikulationen, kleine Tempoänderungen zwischendurch zur Gestaltung einsetzen: einfach phänomenal! Mal abgesehen von der puren Virtuosität und der Präzision im Zusammenspiel. Alle drei Spielerinnen sind hervorragende Flötistinnen und im Trio eine wunderbare Einheit. Einige Beispiele nur: so der sf-Unisono-Seufzer as-g zu Beginn der Durchführung im 2. Trio op. 13, so die fugierte Durchführung im 2. Satz oder im 3. Trio am Schluss des 1. Satzes: zwei gleiche brillante Läufe, einmal legato, bei der anschließenden Wiederholung etwas leiser, locker gestoßen. Das ist überlegen und gekonnt. Das Schluss-Minuetto des 3. Trios ist mit Allegro assai bezeichnet – also wie bei Beethoven auch hier die extreme Beschleunigung hin zum Scherzo. Als solches wird es dann auch in den späteren Trios bezeichnet. Das Flute East Trio nimmt dabei die Trios der Scherzi ein wenig ruhiger. Meist sind sie auch lyrischer komponiert und harmonisch oft sehr raffiniert. Spätestens in den Trios op. 86 und op. 90 ist der romantische Stil voll ausgeprägt, so im Trio op. 86 Nr. 2 ein auch in seiner Vielschichtigkeit wunderbar gestalteter Variationensatz über ein schwedisches Lied. Im Trio op. 90 begeistern im 1. Satz die verschobenen Jambus-Rhythmen ebenso wie die heftigen Hemiolen im Scherzo. Das Adagio ist in seiner Ruhe einfach nur schön. Sehr überzeugend auch die Rücknahme bei der smorzando-Stelle im Finale oder das leichte Innehalten bei dem dolce kurz vor dem  brillantem Schluss.

 

 

Diese Doppel-CD ist für alle Kuhlau-Liebhaber ein absolutes Muss – und allen anderen sehr zu empfehlen zur Revision ihres Urteils über Kuhlau.

 

 

 

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