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Luigi Boccherini: Complete Flute Quintets Rezensionen

 

CD 1: Quintets for Flute and String Quartet Op. 17 (No.1 in D G.419, No.2 in C G.420, No.3 in D minor G.421, No.4 in B flat G422, No.5 in G G423, No.6 in E flat G424); CD 2: Quintets for Flute and String Quartet Op. 19 (No.1 in E flat G.425, No.2 in G minor G.426, No.3 in C G.427, No.4 in D G.428, No.5 in B flat G.429, No.6 in D “Las parejas” G.430); CD 3: Quintets for Flute and String Quartet Op. 55 ( No.1 in G G.431, No.2 in F G.432, No.3 in D G.433, No.4 in A G.434, No.5 in E flat G.435, No.6 in D minor G.436); Rafael Ruibérriz de Torres (flute), Francisco de Goya String Quartet: Pablo Gutiérrez, Irene Benito (violins), Marta Mayoral (viola), Alejandro Marías (cello), Brilliant Classics, NL-Leeuwarden 2021, 3 CDs, 96074

 

 

3 x 6 Quintette! Enzyklopädische Aufnahmen können ermüdend sein – der Hund auf dem Cover scheint aber eher geduldig auf Frauchen oder Herrchen zu warten, sollen die doch im Sessel Platz nehmen – und hören. Ja hören, was die 5 Musiker und Musikerinnen aus diesem phänomenalen Kosmos von Melodik und Rhythmik machen. Dass alle auch phänomenale Musiker sind, klar, aber wie sie ihre Virtuosität in den Dienst der Werke stellen, ist schon große Klasse. Wie im 1. Satz des 1. Quintetts von op. 17 kurz vor dem Doppelstrich Viertelsynkopen auf einem Ton in der 2. Violine (Irene Benito) zum Erlebnis werden oder wie die bei den Sechzehntelpunktierungen im 1. Satz des 2. Quartetts die sforzati auf den 32steln zum ruppigen Erlebnis werden, das allein ist des Hörens wert – und unterstreicht aber auch die Meisterschaft des Komponisten Boccherini: ungewöhnlich die melodische Wendung as-h-c T. 40/41 im 1. Satz des 2. Quintetts: as als lange Note in Oktaven (Flöte, Violine), in Viola (Marta Mayoral) und Cello g-Oktaven-Achtel, also ein Dominantseptnonakkord in aller Schärfe löst sich in das piano der Terz der Dominante und anschließend in die Tonika auf, genial auch der jeweilige Vogelschluss vorm Doppelstrich und am Ende des lyrischen 1. Satzes vom 3. Quintett: auf der Quinte in der Flöte! Und wie Boccherini allein die Vielgestaltigkeit eines Menuetts gestalten kann, es wird – auch durch die Interpretation – ganz deutlich: z. B. im Menuett des 4. Quintetts: Ruppigkeit neben Weichheit, Ruhe neben schnellen Läufen – und im Trio inmitten des melodischen Schwelgens plötzlich durch heftige Punktierungen noch betont eine kleine Reminiszenz an das eigentliche Menuett-Thema. Im 5. Quintett bei der jeweiligen viermaligen dolce-Wiederholung am Schluss der Teile steht bei Boccherini p. Die Musiker spielen ein diminuendo: eine außerordentliche Verdeutlichung der Idee und von großer Wirkung. Im 6. Quintett besticht die Flöte durch eine schöne Kadenzüberleitung. Der Schlusssatz Allegro con moto: hier sehr schnell. Brillant aber doch ein wenig grenzwertig, denn die Triller auf dem jeweilig 3. Sechzehntel in der 1. Violine (Pablo Gutiérrez) sind in diesem mehr als con-moto-Tempo eigentlich nicht mehr zu spielen. Ob sich Boccherini das Tempo wirklich nicht eine Spur langsamer vorgestellt hat? So wie hier in op. 17 Boccherini eine große Vielfalt der Farben in den 6 Quintetten vorstellt, so auch in den 6 Quintetten op.19.

 

Allein im 3. Quintett bezaubern die schönen Flötenstellen, im leicht melancholischen Andante con moto auch hier die Flötenkadenz.  Im 4. Quintett zeigt sich der Cellist Luigi Boccherini (hier Alejandro Marias) in einer cantablen Virtuosität. Alle Quintette sind immer zweisätzig, die einzige Ausnahme (neben der dreiteiligen Liedform in op. 55 Nr. 5) ist das Quintett op. 19 Nr. 6 mit dem Titel Las parejas, eine Pferdeparade darstellend, beginnend mit einer Entrata-Marcia mit Hornquinten, der 2. Satz ein Galope, nachdem variiert verkürzt der 1. Satz wiederaufgenommen wird. In der dritten Reihe op. 55 besticht die abwechslungsreiche Rhythmik im 1. Satz, der 2. Satz ein Minuetto zündet durch seinen Fandangocharakter. Im Allegretto des A-Dur Quintetts (Nr. 4) gibt es einen lyrisch-virtuosen Minore-Teil. Nr. 5 beginnt mit ausgesprochen chromatischer Harmonik, die Überleitung zum Menuett ist von den Musikern sehr schön gestaltet. Über dem 6. Quartett liegt eine Moll-Melancholie.

 

Musiziert wird in tiefer Stimmung „historisch informiert“ – mit alten Instrumenten, bzw. nachgebauten. D. h. Hörern, die eher die moderne Stimmung und die damit verbundene Brillanz gewöhnt sind, wird der dunklere Klang besonders bei der weichen Flöte erst einmal ungewohnt vorkommen. Die Ausdrucksfähigkeit, Lebendigkeit, Durchhörbarkeit, aber auch Brillanz in anderer Weise, könnte aber genau auch diese Hörergruppe voll überzeugen. Eine Enzyklopädie, die begeistert!

 

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