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Johann Christoph Pepusch: Triosonate a-Moll Rezensionen

 

(Vormals Telemann zugeschrieben), für 2 Altblockflöten und Basso continuo (Hg. Klaus Hofmann), Reihe: Recorders Library, Magdeburg 2019, Edition Walhall, Partitur und Stimmen, EW1055, € 12,80.

 

Wie gerne hätten wir doch eine Handvoll von Triosonaten für 2 Blockflöten und B. c. von Telemann! Neben der populären „Xanthippen-Suite“ („Introdutione à tre“ in A-Dur aus dem Getreuen Music-Meister, die ja auch authentisch für Blockflöten in C-Dur geschlüsselt ist), schien es immerhin 2 weitere Sonaten zu geben: TWV 42: e6 , in g-Moll von Manfred Ruëtz als Hortus Musicus 25 herausgegeben und TWV 42: a9, von Klaus Hofmann ebenfalls bei Hortus Musicus als Nr. 256: Beide Ausgaben sind seit langem vergriffen. Die e-Moll-Sonate entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine um eine Terz hochtransponierte Sonate für 2 Violinen und B. c. – und die a-Moll-Sonate liegt jetzt in einer Neuausgabe des Walhall-Verlags vor – von niemand anderem betreut als demselben Klaus Hofmann, der das Stück mittlerweile Johann Christoph Pepusch zuordnet. Im Telemann-Werk-Verzeichnis heißt es zu den etlichen, Telemann zugeschriebenen Kompositionen eines Manuskripts aus der „Fürstenbergiana“ in Herdringen, aus der auch diese Komposition stammt, dass „eine Zuweisung an Telemann allenfalls bei der Sonate a-Moll gerechtfertigt sei“ – und genau dies hat sich eben mittlerweile ebenfalls als nicht zutreffend erwiesen.

Damit hätten wir nun also eine Triosonate mit 2 Blockflöten von Johann Christoph Pepusch, neben Händel einem der in London wirkenden deutschstämmigen Musiker der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, vor allem berühmt geworden durch seine musikalische Einrichtung der Beggar’s Opera.

Bei der vorliegenden Triosonate handelt es sich um ein kontrapunktisch sehr gut gearbeitetes, durchaus gehaltvolles Stück, das allerdings keine konzertant-virtuosen Abschnitte für die Blockflöten enthält, wie sie für Telemannsche Trios typisch gewesen wären. Der spieltechnische Anspruch ist mäßig, aber in Sachen Zusammenspiel und Intonation hält das Stück dankbare Aufgaben bereit. Eine fabelhaft redigierte Ausgabe mit vollem Stimmensatz.

 

 

 

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