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Johann Joachim Quantz: Vortrags- und Übungsstücke Rezensionen

 

für Flöte und Clavier (Hg. Winfried Michel), Winterthur 2020, Amadeus Verlag, Partitur und Stimmen, BP 2866, € 24,00

 

In der sogenannten Giedde-Sammlung der Königlichen Bibliothek Kopenhagen werden nicht nur zahlreiche Kompositionen mit Flöte im galanten und frühklassischen Stil aufbewahrt, sondern auch Konvolute, die aus dem Umfeld der  pädagogischen Tätigkeit von Johann Joachim Quantz  stammen.

 

Mit dem vorliegenden Band Vortrags- und Übungsstücke legt Winfried Michel nun den dritten Komplex dieses Bereichs im Neudruck vor.

 

Bereits 1978 erschienen in der mustergültigen Referenzausgabe bei Amadeus die sogenannten Solfeggi (Unterrichtsprotokolle mit kleinen Übungen). 1980 folgten Capricen, Fantasien und Anfangsstücke, nun mit 30 Jahren Abstand die verbleibenden Musiknummern mit Basso continuo.

 

Ganz offensichtlich hatten sie eine andere Funktion als die erstgenannten. Nicht Entwicklung spieltechnischer Virtuosität oder flötistischer Raffinessen stehen im Vordergrund, sondern die Aufgabe, den Schüler einerseits mit kleinen „Musterkompositionen“ vertraut zu machen, an denen er gängige Formmuster, satztechnische Modelle und stilistischen Geschmack entwickeln sollte, andererseits den Umgang auch mit ungewöhnlichen Tonarten auf der Traversflöte zu trainieren. Getreu dem Begriff des Musikgeschmackes eines „galant homme“ finden wir hier einerseits die gängigen Tanztypen wie Corrente, Menuett, Bourrée, Allemande, Gigue, aber neben durchaus empfindsamen Andantes und  Largos auch imitierende kontrapunktische Stücke – wie gesagt  teilweise auch transponiert in fremde Tonarten (darunter f-Moll, fis-Moll und b-Moll).

 

Diese Vermittlung einer umfassenden Ausbildung, (darunter auch in Komposition) gehörte für Quantz offenbar zum selbstverständlichen Curriculum.

 

Michel zitiert in seinem Vorwort einen Auszug aus Quantz' Autobiografie:

Flötenunterricht zu geben, hatte ich die Ehre gehabt, außer bei seiner Preußischen Majestät, auch bei seiner Hoheit, dem Markgrafen von Bayreuth und einigen Fürsten und Kavalieren. Und da ich keine Kinder habe, mache ich mir das Vergnügen, einige junge Leute auszubilden, zwei von diesen stehen jetzt in wirklichem Dienst seiner Majestät von Preußen.

 

Sein Schüler Friedrich II. wurde ja offenbar von ihm auch nicht nur im Flötespielen, sondern auch in der Komposition unterwiesen. Und bei Durchsicht der über 300 Flötenkonzerte, die Quantz für ihn geschrieben hat, finden sich keineswegs nur solche in „bequemen“ Tonarten wie G-Dur, D-Dur oder e-Moll.

 

Die Neuausgabe stellt auch heute wunderbares Unterrichts- und Vortragsmaterial bereit: Für Spielerinnen und Spieler der modernen Flöte dürften die durch ungewohnte Tonarten verursachten spieltechnischen Probleme weniger ins Gewicht fallen als für solche der Traversflöte. Aber als Einstieg in die stilistische Welt der Galanten Epoche sind sie ideal.

 

Durch Michels elaborierte Aussetzung des Generalbasses für das „Clavier“ (also alle möglichen Tasteninstrumente) eignen sich diese Miniaturen hervorragend für Vorspiele.

 

 

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