application writing ocr as ict coursework help essay in customer service earthquake term paper business meeting planning voltaire essays online
Musikinstrumente + Verlag GmbH

MOECK • Lückenweg 4  D-29227 Celle

Tel +49-5141-8853-0  info(at)moeck.com

TIBIA:

Portal für Holzbläser

Ludwig van Beethoven: Rondo aus dem Violinkonzert op. 61 Rezensionen

 

eingerichtet für Querflöte/Altblockflöte und Klavier von Jean Cassignol, Klavierauszug nach Carl Reinecke, Wilhelmshaven 2020, Heinrichshofen & Noetzel Musikverlage, Partitur und Stimmen, N 4551, € 14,90

 

Beethoven lehnte einen Auftrag seines schottischen Verlegers George Thomson, ein Flötenkonzert zu schreiben, rundweg ab. Das ist noch verständlich, denn zu der Zeit der Anfrage hörte er so gut wie nichts mehr und seine wahrlich herrliche Serenade op. 25 entstand da noch zu besseren Zeiten, also viel früher. Zu dieser Zeit wird er einerseits an der Lichtheit und Anmut der Flöte Freude gehabt haben. Wie die Aufführung dann war, ist eine andere Frage. Und sicher war ihm klar, dass die Flöte der damaligen klassischen Zeit für die Dinge, die er besonders zu der Zeit der Anfrage ausdrücken wollte, nicht unbedingt das richtige Instrument war, auch wenn er sie im Orchester (z. B. der Eroica oder der Leonore 3) mit fantastischen Soli betraute. Das kann man als heutiger Flötist natürlich außerordentlich bedauern. Einen Satz eines der größten Werke der Violinliteratur zu bearbeiten, reizt da doch sehr, ist aber auch sehr kühn. Jean Cassignol hat sich nur den schon durch sein Thema für die Flöte am ehesten geeigneten Satz des Violinkonzerts, nämlich das Schlussrondo vorgenommen. Der Klavierauszug stammt von Carl Reinecke. Die Flötenstimme spielt die Violinsolostimme mit einigen notwendigen Oktavänderungen. Bei Doppelgriffen übernimmt das Klavier fehlende Töne. Das macht Spaß zu spielen, ist aber gleichzeitig eine große Herausforderung – schon alleine atemtechnisch. Aber virtuose Flötisten wissen um entsprechende Tricks. Ob ein a-h-Triller in der dreigestrichenen Oktave noch „schön“ zu spielen ist, ist eine andere Frage. Diese stellt sich natürlich auch für die Version mit Blockflöte – ein Instrument, was sich zu Beethovens Zeiten so gut wie nicht mehr findet. Dass dieses Rondo zu bearbeiten natürlich einen exzellenten Blockflötisten reizt, kann ich gut verstehen. Es ist nun einmal eine wunderbare Musik. Aber man braucht dann auch ein hervorragendes Instrument, welches das laufend vorkommende fis3 einigermaßen problemlos bringt. Um sich selbst zu Hause in diese Musik zu versenken – sowie in der Klassik ja auch viele Ausgaben in Minibesetzungen den begeisterten Hörern und Spielern am häuslichen Herd Opern nahe brachten – ist diese Ausgabe durchaus zu begrüßen.  Im Übrigen ist der Druck tadellos – es gibt ausdrücklich zwei Stimmen, eine für Flöte, eine andere für Blockflöte – auch ein informatives Vorwort fehlt nicht. Auch zwei Kadenzen sind beigefügt, von Jacob Dont und von Leopold Auer. Beide für Violine später entstanden (Leopold Auer starb 1930) und hier für Flöte bearbeitet. Das und diese ohnehin sind natürlich nicht zu kritisieren, aber warum eigentlich dann nicht eine jeweils auf Flöte oder Blockflöte zugeschnittene Kadenz kreieren und vorschlagen? Schließlich ist dies eine Ausgabe für Flöte und Klavier. Im mehr oder weniger ins Wasser gefallenen Beethovenjahr ist diese Bearbeitung natürlich eine begrüßenswerte Neuerscheinung.

 

 

Gezeichnete Beiträge geben die Meinungen der Autoren wieder. Diese stimmen nicht grundsätzlich mit der Meinung der Herausgeber, der Schriftleitung oder des Verlages überein. Die weitere Verwendung von Beiträgen oder Auszügen daraus setzt das schriftliche Einverständnis des Urhebers bzw. des Nutzungsberechtigten voraus. Alle Rechte vorbehalten.

 

 

 

als PDF sichern/drucken weiterleiten
Schlagwörter / Suchwörter
BlockflöteFlöteWettbewerbe/Festivals